Ein kurzes Vorwort zur (abstrakten) Kunst

Wenn Menschen verschiedene Kunstwerke - gerade abstrakte Kunst - betrachten, sind sehr häufig zwei Aussagen zu hören:

 

"Was soll denn das sein?"

 

und

 

"Das kann ich auch!"

 

 

"Was soll denn das sein?"

Als Betrachter sieht man nur das Ergebnis des Malens. Die Gedankengänge, Ideen, Interpretationen und (gescheiterten) Versuche, die letztendlich zu dem Bild geführt haben, hingegen nicht. Ohne Erläuterungen des Malers bleiben diese Aspekte des Werkes unbekannt. So fällt es Betrachtern oft schwer diesen für sie fremden Schaffensprozess nachzuvollziehen, um das Bild richtig einordnen zu können. Man sollte sich also in Acht nehmen vor vorschnellen Be- oder Verurteilungen eines Werkes.

 

"Das kann ich auch!"

Jeder, der schon einmal mit Pinsel und Farbe vor einer weißen Leinwand gestanden hat, weiß, wie schwierig es ist ein Bild zu beginnen. Die ersten Pinselstriche sind immer die Schwierigsten. Oft brauchen Maler viele Tage oder Wochen, in denen sie sich Gedanken über Formen, Proportionen, verwendete Materialien und Farben machen. Auch passiert es gar nicht so selten, dass der Künstler im Laufe des Schaffensprozesses merkt, dass er seine Überlegungen so nicht umsetzten kann und Änderungen vornehmen muss. Wie viel einfacher ist es da ein Bild einfach nur abzumalen, das bereits vollständig existiert!

 

Allen Kunstbegeisterten (und solchen, die es erst noch werden) möchte ich daher ans Herz legen, offen und unvoreingenommen die Kunstwerke zu betrachten und sich auf diese einzulassen.